Auch wenn es uns manchmal so vorkommt, als ob Dämmstoffe erst im letzten Jahrhundert erfunden wurden, sind diese bereits Jahrtausende alt. Schon in der Bronzezeit wurden Dächer aus Stroh gedeckt und Wände aus geflochtenen Holz und eingesetztem, getrocknetem Gras gebaut.


Durch die Entstehung von Siedlungen und Städten wurde die Brandgefahr so groß, dass diese Baustoffe von Steinen abgelöst wurden. Steine haben aber leider eine viel höhere Wärmeleitfähigkeit als Luft.

Wie funktionieren Dämmstoffe?

Fast sämtliche Dämmstoffe nutzen die geringe Leitfähigkeit ruhender Luftschichten. Das heißt: Eigentlich dämmen nicht die Dämmstoffe wie Glaswolle etc., sondern die Luft dazwischen.

Dämmstoffe
Dämmstoffe

Ein wirkungsvoller Dämmstoff ist der, möglichst viel Luft einschließt, ohne viel Masse zu verwenden. Verunreinigungen wie zum Beispiel durch Feuchtigkeit, schaden der Dämmleistung erheblich. Ebenso muss Luftstrom zum Beispiel durch Thermik vermieden werden. Natürlich spielt auch die Wärmeleitfähigkeit des genutzten, einschließenden Materials eine Rolle.

 

Dämmstoffe der Moderne

Einen Schub zur Entwicklung von Dämmstoffen wär nicht die Wärmedämmung, sondern die Kältetechnik. Anfang des 20ten Jahrhundert wurden die ersten Kühlhäuser gebaut. Als Dämmstoffe wurden anfangs meist modifizierte Korkplatten benutzt.

Da ab Ende der dreißiger Jahre Brennstoffe knapp wurden, nahm auch die Entwicklung Der Dämmstoffe zur Wärmeisolierung Fahrt auf. Glaswolle wurde erstmalig industriell hergestellt. Mineralwolle war bereits seit langem bekannt, da sie quasi aus Versehen bei der Eisen- und Stahlerzeugung anfiel. Diese entstand, wenn aus undichten Rohren Schlacke unter Druck austrat. Diese erste Arte der Mineralwolle wurde daher Schlackenwolle genannt.


 

Dämmstoffe per Gesetz

Dazu kam, dass es mittlerweile üblich war, die Statik der Gebäude vor dem Bau zu berechnen und so mit dem Einsatz der Materialen sparen konnte. Das schaffte den Platz für Dämmstoffe. 1937 gab es die erste Baunorm, die „DIN 4106 Richtlinien für die Mauerdicken der Wohnungsbauten und statisch ähnlicher Bauten“. 1952 folgte die „DIN 4108 Richtlinien für den Wärmeschutz im Hochbau“. 1977 entstand die „1. Wärmeschutzverordnung“


 

Dämmstoffe heute

Heute gibt es eine große Menge unterschiedlicher Dämmstoffe für unterschiedliche Anwendungen. Dabei sind die reinwirtschaftlichen Aspekte nicht immer das ausschlaggebende Argument. Auch die Frage, nach natürlicher oder künstlicher Herkunft spaltet die Gemüter. So erfreuen sich neben künstlichen Dämmstoffen wie Glaswolle, Steinwolle und Styroporplatten auch Flachs, Holzfasern und sogar Schafwolle großer Beliebtheit, wenn auch auf keinem hohen Niveau. Gedämmt werden heute Wände von innen, von außen oder innerhalb der Tragwände. Dächer benötigen andere Dämmstoffe als der Kellersockel usw. . Dämmstoffe dienen nicht nur der Wärmedämmung, sondern auch dem Brand- und Schallschutz.